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.06.2017: Erstklassige Erstfunde (aber auch Standards) - Teil 1

Liebe Pilz-Freunde,
Heute stand wieder einmal eine Tour in einem Mischwaldgebiet auf dem Programm.
In diesem Gebiet waren wir noch nie. Es gab dort alles, von Hochwaldabschnitten über Gebüsch-Artige Abschnitte, Laubwald, Nadelwald, Sumpfgebiete und Fahrspuren. Was wir dort alles erlebten seht Ihr gleich...

Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 3 Teile aufteilen.
Teil 2 findet Ihr hier
Teil 3 findet Ihr hier

Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
Meine Bilder sind mit einem schwarzen
, Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

Fundnummer: 2017-06-10-0946
Es ging los, mit dem Schleimfußhelmling (Roridomyces roridus) Immer wieder schön anzuschauen!












Fundnummer: 2017-06-10-1009
In einem Buchen-Abschnitt war natürlich wieder das Gemeine Jungfern-Weißhaarbecherchen (Lachnum virgineum) anzutreffen:



Fundnummer: 2017-06-10-1016
Das Gelbe Madenspor-Knopfbecherchen (Orbilia xanthostigma):
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Fundnummer: 2017-06-10-1026
Duch Thorbens Berichte über die Insektenparasiten war ich stark angespornt diesen Fund einmal genauer zu untersuchen, zumal es offensichtlich keine Fliege war, die hier befallen ist.
In seinen Berichten fand ich dann auch einen möglichen Kandidaten für die Art: Erynia ovispora, hier stimmen die Mikromerkmale sehr gut mit den von mir festgestellten überein. Weitere Literatur zu dieser Gattung habe ich leider nicht, diese werde ich mir aber zeitnah per Fernleihe besorgen.
Sehr auffällig bei diesem Fund die riesigen Zystiden, die bis über 200µm aus den zahllosen Konidienträger hervorragen und makroskopisch das fransige Erscheinungsbild erzeugen.
Die Konidien messen 26-33 x 12,5-14µm, wobei ich nur die gemessen habe, die bereits vollständig abgeschnürt, also frei herumschwimmend waren.

Der Fund wurde hier im Forum diskutiert:
https://www.pilzforum.eu/board/thread/36863-die-göttin-der-rache/


Über Thorben bekamen wir von Dr. Siegfried Keller die Antwort:

Ich habe die Fotos (sehr gute Qualität!) angesehen. Mit der Zuordnung zur Gattung Erynia bin ich einverstanden, jedoch nicht mit der Zuordnung zu E. ovispora. Die vorhandenen Daten lassen keine Bestimmung zu.
Es gibt in der Gattung Erynia einige Arten, die bezüglich Konidienform und Konidiengrösse einander sehr ähnlich sind. Darunter gibt es Arten, die vor mehr als hundert Jahren beschrieben wurden, leider oft nur sehr rudimentär. Auch ist nicht auszuschliessen, dass der vorgestellte Pilz noch gar nicht bechrieben ist. Wichtig ist, alle vorhandenen Pilzstrukturen zu erfassen und zu beschreiben, und dies nach Möglichkeit von mehreren Wirten. Deshalb: Viel Glück bei der Suche nach weiteren Opfern.
Falls ihr an eine spätere Identifizierung denkt, dann gebt die sporulierenden Kadaver in 70% Aethanol in möglichst kleinen Probenröhrchen (so wie sie z.B. in der Molekularbiologie verwendet werden).
Viel Erfolg und herzliche Grüsse
Siegfried


Es bleibt also bei einer unbestimmten Rachegöttin (Erynia spec.) auf Gemeiner Fenstermücke (Sylvicola fenestralis):





















Die Pseudozystiden:







































Fundnummer: 2017-06-10-1046
Ein Büschelschleimpilz (Stemonitis axifera):






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