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05.05.2016: Lorchel, Morchel, Verpel - Teil 1


Liebe Pilz-Freunde,
Im sonnigen Mai war ich und Matthias wieder einmal unterwegs. Unsere Gegend ist eigentlich dafür bekannt, dass es "nur" sauere Böden gibt.
Dass das nicht so ist, konnten wir an diesem Tag herausfinden...

Dieses Mal haben wir uns ein Kalkgebiet vorgenommen, in dem noch keiner von uns zuvor gewesen ist. Da ich vorher den Hinweis bekam, dass es dort Morcheln geben sollte, war natürlich eine entsprechende Hoffnung da, welche zu finden. Und wir wurde nicht enttäuscht.
Viel Spaß!
Wegen der Menge müssen wir diesen Bericht diesmal auf 3 Teile aufteilen.

Teil 2 findet Ihr hier

Wir schreiben den Bericht wieder zusammen.
Wie immer: Meine Texte sind schwarz, Matthias' Texte sind grün. ;-)
Meine Bilder sind mit einem schwarzen
, Matthias' Bilder sind mit einem grünengekennzeichnet.

Vor der Tour war ich als Frühaufsteher noch kurz um die Ecke bevor ich zu Matthias fuhr...
dort knippste ich noch schnell 3 Arten...

Fundnummer: 2016-05-05-0816

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Rasen bei Hainbuche
Fundzeit: 05.05.2016
Wuchsform: paarweise
Hutform:
abgeflacht, wellig verbogen
Huthaut: rotbraun, leicht schuppig
Hygrophanität: nicht festgestellt
Hutrand: scharfkantig, keine Besonderheiten
Lamellen: creme, mit Zwischenlamellen, mit Y-Gabeln, weit entfernt stehend
Lamellenschneiden: normal

Lamellen- Hutübergang:
herablaufend
Stiel: rotbraun
, innen weiß, innen voll, mit einer Art Mantel umgeben der die gleiche Farbe wie der Stiel
Stielbasis:
rund, schief
Fleisch: weiß
Größe: Hutdurchmesser ca. 1,5 cm, Stiellänge 2 cm, Stieldurchmesser ca. 4 mm
Sporenpulverfarbe: nicht getestet
Geruch: stark mehlig
Geschmack: nicht probiert

Wahrscheinlich der Kohlentrichterling (Clitocybe sinopica):



Fundnummer: 2016-05-05-0844
Der Frühe Ackerling (Agrocybe praecox):



Fundnummer: 2016-05-05-0855

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Laubholz
Geruch: nach Rettich
Sehr wahrscheinlich der
Rehbraune Dachpilz (Pluteus cervinus):

So, nun aber zur eigentlichen Tour im Muschelkalkgebiet...

Fundnummer: 2016-05-05-1021

Die erste Art, die es in unseren sonst üblichen überwiegend saueren Pilzgebieten nicht oder nur selten gibt. Für mich ein Zweitfund. Erst tauchten ein paar wenige auf, die ausgiebig fotografiert wurde, dann konnten wir uns kaum noch retten, so viele wurden es.
Für mich ebenso eine spannende Überraschung - die mir ganz zufällig ein weiteres mal (später) in diesem Jahr begegnete...

Die Hochgerippte Becherlorchel (Helvella acetabulum):









Fundnummer: 2016-05-05-1042

Ein schwieriger - noch unbestimmter Rötling begegnete uns:

Fundort: ca. 460 müNN. ca. N50, O12, auf sandigem Kalkboden bei Kirschbaum
Fundzeit: 05.05.2016
Wuchsform: gesellig
Hutform:
abgeflacht, Mitte etwas vertieft, wellig verbogen
Huthaut: braun, glatt, seidig glänzend, radialfaserig, Lamellen leicht durchscheinend
Hygrophanität: ja
Hutrand: eingerollt
Lamellen: braun, mit Zwischenlamellen, mit rötlichen Flecken vom Sporenpulver, bauchig
Lamellenschneiden:
ohne Besonderheiten

Lamellen - Stielübergang:
sehr tief ausgebuchtet angewachsen
Fleisch: weiß
Stiel: braun, sehr kurz
Stielbasis:
rund
Größe:
Hutdurchmesser ca. 4-6 cm; Stiellänge ca. 2-3 cm, Stieldurchmesser ca. 8 mm
Sporenpulverfarbe:
Pantone 160U = ████
Geruch: neutral
Geschmack: nicht probiert

Noch nicht weiter untersucht - vielleicht kann jemand schon mal einen Tipp dazu geben.

Rötling (Entoloma spec.)
:






Fundnummer: 2016-05-05-1049

Diese Art haben wir nie zuvor live gesehen. Doch an diesem Tag verfolgte sie uns von Anfang bis Ende der Tour und war fast überall zu finden, an einigen Stellen sogar in ordentlichen Mengen.
Für mich total neu - ich war begeistert...

Käppchenmorcheln (Mitrophora semilibera):










Hier zeigen wir Euch mal unser Einsatzgebiet:






Matthias checkt die Lage ;-)



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