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.09.2016: Kurz alleine im Sumpf

Liebe Pilz-Freunde,
hatte heute etwas Zeit und schaute Kurz in einem nahe gelegenen Sumpf vorbei.
Neben einigen optischen Schönheiten, die jedoch Standards waren fand sich auch eine geniale Seltenheit (Erstfund).
Schaut zu was ich so fand.

Und los geht's:

Fundnummer: 2016-09-26-1742

Morphologische Daten:

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf sehr feuchtem Totholz - Nadelholz im Sumpf
Fundzeit: 26.09.2016
Wuchsform: 3 Exemplare am Standort
Hutform:
konvex
Huthaut: orange-braun, Zentrum dunkler, mit oliv-grünlichem Reflex, geschuppt
Hygrophanität: nein
Hutrand: eingerollt, mit zitronengelben minimalem Behang oder Saum
Lamellen: gelb, viele Zwischenlamellen
Lamellenschneiden:
hell beflockt
Lamellen-Stielübergang:
gerade angewachsen
Stiel: gelb, oben weißlich bereift, feinschuppig (rauh), zylindrisch, längsfaserig, voll
Stielbasis: etwas spitz
Fleisch:
gelb
Größe: Hutdurchmesser ca. 1,4-2 cm, Stiellänge ca. 3,5 cm, Stieldurchmesser ca. 5 mm
Sporenpulverfarbe: weiß
Geruch: neutral, im Schnitt nach feuchtem Holz, angenehm, auch pilzig
Geschmack: mild, pilzig


Olivgelber Holzritterling (Tricholomopsis decora)
:








Fundnummer: 2016-09-26-1755

Eine der schönsten Kollektionen vom Zitronenblättrigen Täubling (Russula sardonia) die ich je gefunden habe.
Schaut Euch das an:










Teilweise mit wunderschöner grün-violett-Färbung - ganz klar einer der schönsten Täublinge überhaupt:


Fundnummer: 2016-09-26-1804

Morphologische Daten:

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, bei Kiefer und Fichte im feuchten Nadelstreu
Fundzeit: 26.09.2016
Wuchsform: einige am Standort
Hutform:
konvex
Huthaut: braun, Zentrum etwas dunkler, matt, etwas klebrig
Huthaut-Abziehbarkeit: 2/3 abziehbar
Fleischfärbung unter der Huthaut: cremegelb

Hygrophanität:
nein

Hutrand: etwas gerieft, etwas eingerollt
Lamellen: creme-gelb, stark braunfleckig, Zwischenlamellen
Lamellenschneiden:
stark braunfleckig

Lamellen-Stielübergang:
ausgebuchtet angewachsen, herablaufend
Stiel: beige, etwas braun-schuppig, keulig, längsfaserig, hohl
Stielbasis: spitz wunrzelnd
Fleisch:
braunfleckig, im Stiel hellgelb, im Hut weiß
Größe: Hutdurchmesser ca. 6 cm, Stiellänge ca. 5 cm, Stieldurchmesser ca. 1,8 cm
Sporenpulverfarbe: weiß
Geruch: stark mehlig
Geschmack:
stark mehlig

Der Fichten-Ritterling (Tricholoma pseudonictitans):






Fundnummer: 2016-09-26-1826

Nun kommt der geniale Erstfund:

Morphologische Daten:

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf sehr feuchtem Totholz im Moos - im Sumpf
Fundzeit: 26.09.2016
Wuchsform: 3 Exemplare am Standort
Hutform:
glockig
Huthaut: rotbraun, Zentrum dunkler, glänzend, Lamellen am Rand bis 1/2 des Durchmessers durchscheinend
Hygrophanität: ja
Hutrand: mit weißlichem Saum behangen / beflockt, kantig
Lamellen: ocker, vom Sporenpulver braunfleckig, Zwischenlamellen
Lamellenschneiden:
ohne Besonderheiten

Lamellen-Stielübergang:
tief ausgebuchtet angewachsen und etwas herablaufend
Stiel: hellbraun, oben weißlich bereift, sonst glänzend, längsfaserig, hohl
Stielbasis: etwas spitz
Fleisch:
ohne Besonderheiten
Größe: Hutdurchmesser ca. 4-6 mm, Stiellänge ca. 2-3 cm, Stieldurchmesser ca. 1,5 mm
Sporenpulverfarbe: RGB 238, 206, 171 =
████
Geruch: neutral
Geschmack: nicht getestet


Mikroskopische Daten:

Schnallen:
HDS: mit Schnallen, Lamellentrama mit Schnallen, Cheilozystiden ohne Schnallen, Basidien sehr selten mit Schnallen

Basidien:
4-sporig
Präparat: Lamellenstück (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 11
Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
Standardabweichung S. D.: von L × B: 3,2 × 0,4 µm; von Q: 0,3
Median: von L × B: 31,4 × 8,9 µm; von Q: 3,5
Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 30,8 × 8,7 µm; von Q: 3,5
Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (24,8) 26,5 - 35,2 (35,7) × (8) 8,1 - 9,3 (9,6) µm; für Q: (3,1) 3,1 - 4 (4)
Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (24,8) 25,1 - 36,6 (35,7) × (8) 7,9 - 9,5 (9,6) µm; für Q: (3,1) 2,9 - 4,1 (4)

Sporen:
amygdaloid bis citriform, Apikulus deutlich, hell gelblich-bräunlich, absolut glatt, mit subrahilaer Plage
Präparat: Sporenabwurf; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 50
Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: nicht normalverteilt; Breite: nicht normalverteilt; Q: nicht normalverteilt
Standardabweichung S. D.: von L × B: 0,6 × 0,2 µm; von Q: 0,15
Median: von L × B: 10,57 × 5,64 µm; von Q: 1,87
Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 10,58 × 5,6 µm; von Q: 1,89
Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 80%-Standardbereich: für L × B: (9,41) 9,99 - 11,11 (13,05) × (4,81) 5,38 - 5,81 (6) µm; für Q: (1,64) 1,75 - 2,01 (2,49)
Abmessungen nach Quantil-Verfahren mit 90%-Standardbereich: für L × B: (9,41) 9,61 - 11,29 (13,05) × (4,81) 5,29 - 5,84 (6) µm; für Q: (1,64) 1,72 - 2,19 (2,49)



Cheilozystiden:
Präparat: Lamellenstück (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 15
Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: Länge: normalverteilt; Breite: normalverteilt; Q: normalverteilt
Standardabweichung S. D.: von L × B: 5,9 × 1 µm; von Q: 0,9
Median: von L × B: 40 × 8,6 µm; von Q: 4,7
Arithmetischer Mittelwert Me: von L × B: 40,5 × 9 µm; von Q: 4,6
Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 80%-Konfidenzintervall: für L × B: (31,5) 32,6 - 48,4 (56,3) × (7,4) 7,6 - 10,4 (10,8) µm; für Q: (3,4) 3,4 - 5,7 (6,5)
Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren mit 90%-Konfidenzintervall: für L × B: (31,5) 30,1 - 50,9 (56,3) × (7,4) 7,2 - 10,8 (10,8) µm; für Q: (3,4) 3 - 6,1 (6,5)

Hälse der Cheilozystiden an dünnster Stelle:
Präparat: Lamellenstück (Exsikkat) --> Ammo 10% --> Kongo NH3; Untersuchungsmedium: GSM; Messwertanzahl: n = 15
Test auf Normalverteilung nach Anderson Darling: normalverteilt
Abmessungen nach t-Verteilungsverfahren: mit 80%-Konfidenzintervall: (2,9) 2,9 - 4,3 (4,6) µm; mit 90%-Konfidenzintervall: (2,9) 2,6 - 4,5 (4,6) µm



HDS-Hyphen:
inkrustiertes Pigment



Schlüsselweg nach FN:
886-01 > 2 > 4 > 5 > Key B p. 890 > 1 > 2 > 9 > 13 > 15 > 19 > Galerina allospora
Ich prüfte außerdem alle möglichen Alternativen welche sich aus unsichern Schlüsselpunkten ergaben, konnte aber alle anderen Wege ausschließen.
Die subrahilare Plage scheint nur bei dieser Art aufzutreten:


Was auch im Namen zu erkennen ist "allospora"  lat. allo = "andersartig" --> "anders-sporig".

Dies ist somit ganz klar der Gelbblättriger Häubling (Galerina allospora):






Fundnummer: 2016-09-26-1833

Den Abschluss machte dieser Standard...

Morphologische Daten:

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf im Sumpf im Sphagnum
Fundzeit: 26.09.2016
Wuchsform: sehr gesellig
Hutform:
konvex
Huthaut: cremeweiß, Zentrum etwas dunkler, runzelig, matt
Hygrophanität: nicht festgestellt
Hutrand: wellig
Lamellen: weiß, Zwischenlamellen
Lamellenschneiden:
ohne Besonderheiten

Lamellen-Stielübergang:
gerade angewachsen, nicht herablaufend
Stiel: glasig weiß, mit rosa Schimmer, nach unten dunkler werdend, bereift auf ganzer Länge, längsfaserig, hohl
Stielbasis: mycelfilzig, aus braunem Sklerotium entspringend
Fleisch:
ohne Besonderheiten
Größe: Hutdurchmesser ca. 1-5 mm, Stiellänge ca. 2-4 cm, Stieldurchmesser ca. 0,4 mm
Sporenpulverfarbe: nicht getestet
Geruch: nicht getestet
Geschmack: nicht getestet


Braunknolliger Sklerotienrübling (Collybia tuberosa)
:




Das war's für heute....
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