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12.06.2016: Kleine Pilze und viele rote Schneiden

Liebe Schwammer-Freunde,
an diesem Tag machte ich eine Kurztour im Regen...
Wider gab es einiges zu finden - vor allem kleine Pilzchen...


Fundnummer: 2016-06-12-1441

Ein sehr schöner winziger, eigenartiger Pilz, der nachdem klar war dass es eine Galerina ist einfach zu bestimmen war.
Später war klar: das war der Fund des Tages...

Morphologische Daten:

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Totholz Birke im Mischwald
Fundzeit: 12.06.2016
Wuchsform: einzeln
Hutform:
spitzkegelig mit starkem Buckel
Huthaut: Zentrum rotbraun, nach außen heller werdend, glatt, leicht schmierig, Lamellen durchscheinend
Hygrophanität: ja
Hutrand: ohne Besonderheiten
Lamellen: gelbbraun, mit Zwischenlamellen
Lamellenschneiden: heller als Lamellen
Lamellen-Stielübergang:
ausgebuchtet angewachsen
Stiel: orangebraun, längsfaserig, fest, hohl, mit tiefer weißer Ringzone, über der Ringzone etwas weiß befasert, unter der Ringzone weiß befasert
Stielbasis:
verdickt
Fleisch: orangebraun im Stiel, rotbraun im Hut
Größe: Hutdurchmesser ca. 0,8 cm, Stiellänge 1,5 cm, Stieldurchmesser ca. 1,5 mm
Sporenpulverfarbe: nicht getestet
Geruch: neutral
Geschmack: nicht probiert
Exsikkat-Farben: Hut mittelbraun, Lamellen und Stiel rötlich braun, nicht schwärzlich

Mikrodaten:
Cheilos:
ampullenförmig, manchmal mit Kopf, manchmal nur Hals ohne Kopf, eine mit Schleimkappe gefunden
(21.1) 25 - 32.2 (35.1) x (5.6) 6.2 - 7.8 (8.1) µm
Q = (3.4) 3.5 - 4.9 (5.2) ; N = 17
Me = 28.7 x 7 µm ; Qe = 4.1

Cheilo-Hälse:
(1.2) 1.3 - 2.1 (2.2) µm
N = 13
Me = 1.7 µm

Cheilo-Köpfe:
(1.1) 1.9 - 3.1 (3.3) µm
N = 22
Me = 2.6 µm

Basidien:
2-sporig, mit Basalschnallen
(18.8) 20 - 26.4 (27.1) x (6.7) 6.8 - 7.9 (8.1) µm
Q = (2.5) 2.7 - 3.4 (3.5) ; N = 7
Me = 22.7 x 7.4 µm ; Qe = 3.1

Sterigmen:
(3.6) 3.7 - 4.5 (4.8) µm
N = 7
Me = 4.1 µm

Basidolen:
(15.6) 16.9 - 23.1 (23.2) x (5.6) 6.1 - 7 (7.5) µm
Q = (2.7) 2.8 - 3.3 (3.5) ; N = 9
Me = 20 x 6.6 µm ; Qe = 3

Sporen:
dickwandig, spindelig bis ellipsoid, leicht warzig
(8.4) 9.3 - 10.8 (11) x (4.4) 5.1 - 5.6 (5.9) µm
Q = (1.7) 1.8 - 2 (2.1) ; N = 36
V = (94) 128 - 174 (200) µm³
Me = 10.1 x 5.3 µm ; Qe = 1.9 ; Ve = 150 µm³

Nach FN wirklich einfach zu schlüsseln:
1 > Key A p. 887 > 1 > 3 > 4 > 5 > Galerina ampullaceocystis

Ich präsentiere den wirklich tollen Erstfund: Flaschenzystidenhäubling (Galerina ampullaceocystis):

Fundnummer: 2016-06-12-1501

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Totholz Eiche
Fundzeit: 12.06.2016
Wuchsform: gesellig
Hutform:
spitzkegelig bis glockig, gerieft im Lamellenrhythmus
Huthaut: Zentrum grau, nach außen hin creme werdend, sehr fein weinrötlich befasert/gefärbt (nur mit Lupe sichtbar), Lamellen durchscheinend
Hygrophanität: nicht festgestellt
Hutrand: kantig
Lamellen: hellgrau, mit Zwischenlamellen
Lamellenschneiden: weinrot
Lamellen-Stielübergang:
tief ausgebuchtet angewachsen und herablaufend
Stiel: weiß bis hellgrau, hohl
Stielbasis:
ohne Besonderheiten
Fleisch:
ohne Besonderheiten
Größe: Hutdurchmesser ca. 0,5-1,5 cm, Stiellänge 3-4 cm, Stieldurchmesser ca. 1-1,5 mm
Sporenpulverfarbe: nicht getestet
Geruch: neutral, zerrieben ebenso neutral
Geschmack: nicht probiert

Das ist der Rotschneidige Helmling (Mycena rubromarginata):

Fundnummer: 2016-06-12-1536

Morphologische Daten:

Fundort:
ca. 550 müNN. ca. N50, O12, im Moos im Mischwald
Fundzeit: 12.06.2016
Wuchsform: einzeln
Hutform:
konvex
Huthaut: rotbraun, nach außen hin heller werdend, Lamellen durchscheinend
Hygrophanität: nicht festgestellt
Hutrand: kantig
Lamellen: weiß, mit Zwischenlamellen
Lamellenschneiden: weinrot
Lamellen-Stielübergang:
tief ausgebuchtet angewachsen und herablaufend
Stiel: violettbraun, nach unten beige werdend, oben weinrot bereift, hohl
Stielbasis:
ohne Besonderheiten
Fleisch:
ohne Besonderheiten
Größe: Hutdurchmesser ca. 0,5 cm, Stiellänge 6 cm, Stieldurchmesser ca. 0,5 mm
Sporenpulverfarbe: weiß
Geruch: vergessen zu testen
Geschmack: nicht probiert

Mikrodaten:
Sporen:
(8.8) 9.2 - 11.5 (12.5) x (5.7) 6.1 - 7 (7.4) µm
Q = (1.4) 1.45 - 1.76 (1.8) ; N = 50
V = (153) 175 - 281 (351) µm³
Me = 10.4 x 6.5 µm ; Qe = 1.6 ; Ve = 232 µm³

Der Purpurschneidige Blut-Helmling (Mycena sanguinolenta):

Fundnummer: 2016-06-12-1551

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Totholz (Baumart unbekannt)
Fundzeit: 12.06.2016
Wuchsform: gesellig
Hutform:
flach, sehr stark gerieft im Lamellenrhythmus sodass Rand stark gewellt ist
Huthaut: Zentrum graubraun, nach außen hin beige werdend, sehr fein weinrötlich befasert/gefärbt (nur mit Lupe sichtbar)
Hygrophanität: nicht festgestellt
Hutrand: stark gewellt
Lamellen: hellgrau, mit Zwischenlamellen, Queradern am Grund angedeutet
Lamellenschneiden: weinrot
Lamellen-Stielübergang:
ausgebuchtet angewachsen und herablaufend
Stiel: weiß mit rosastich, bereift auf ganzer Länge, hohl
Stielbasis:
mycelfilzig
Fleisch:
ohne Besonderheiten
Größe: Hutdurchmesser ca. 1,5-2 cm, Stiellänge 4-5 cm, Stieldurchmesser ca. 1,5 mm
Sporenpulverfarbe: nicht getestet
Geruch: neutral
Geschmack: nicht probiert

Und das ist noch mal der Rotschneidiger Helmling (Mycena rubromarginata):

Fundnummer: 2016-06-12-1604

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, an Totholz (Baumart unbekannt)
Fundzeit: 12.06.2016
Wuchsform: gesellig
Hutform:
konvex - fast glockig
Huthaut: hellbraun, sehr fein weinrötlich befasert/gefärbt (nur mit Lupe sichtbar), nach außen hin heller werdend
Hygrophanität: nicht festgestellt
Hutrand: weinrot gefranst
Lamellen: weißlich, mit Zwischenlamellen
Lamellenschneiden: weinrot
Lamellen-Stielübergang:
nicht untersucht
Stiel: grau mit rosastich,
nach unten hin grau werdend, spitze bereift, hohl
Stielbasis:
mycelfilzig
Fleisch:
ohne Besonderheiten
Größe: Hutdurchmesser ca. 1-2,5 cm, Stiellänge 2-3 cm, Stieldurchmesser ca. 1,5 mm
Sporenpulverfarbe: nicht getestet
Geruch: neutral, zerrieben
ganz leicht pilzig
Geschmack: nicht probiert

Auch das war der Rotschneidige Helmling (Mycena rubromarginata):

Fundnummer: 2016-06-12-1609

Zur Abwechslung dann mal der Grünschneidige Helmling (Mycena viridimarginata):

Fundnummer: 2016-06-12-1621

Morphologische Daten:

Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12, auf Erde bei Laubbäumen
Fundzeit: 12.06.2016
Wuchsform: gesellig bis büschelig im Hexenring
Hutform:
konvex, alt stark verbogen
Huthaut: gelb, nach außen hin heller werdend, glatt
Hygrophanität: ja
Hutrand: etwas gerieft
Lamellen: hell-Zitronengelb, mit Zwischenlamellen, inverse Y-Gabeln, sehr eng stehend
Lamellenschneiden:
ohne Besonderheiten
Lamellen-Stielübergang:
angeheftet
Stiel: gelb, glatt, hohl
Stielbasis: verdickt
Fleisch:
gelb
Größe: Hutdurchmesser ca. 3-4 cm, Stiellänge ca. 3-5 cm, Stieldurchmesser ca. 3-5 mm
Sporenpulverfarbe: weiß
Geruch: zerrieben deutlich fruchtig
Geschmack: nicht getestet

Mikroskpische Daten:
Sporen:
(4.5) 4.8 - 5.6 (5.8) x (2.6) 2.8 - 3.2 (3.3) µm
Q = (1.5) 1.6 - 1.9 (2) ; N = 25
V = (16) 21 - 30 (31) µm³
Me = 5.2 x 3 µm ; Qe = 1.7 ; Ve = 25 µm³

Mit diesen schmalen Sporen und sehr hellem, einfarbigen Hut kann es nur der Hellhütige Waldfreund-Rübling (Gymnopus aquosus) sein:

Das war's für heute....
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