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22.11.2
014: Über 20 tolle Arten im Gespensterwald - Korb voll
Heute hatte ich nicht sehr viel Zeit, und ich beschloss nicht Schwammern zu gehen.

Doch da fand ich bei uns im Wohnzimmer eine sehr seltene Art.
Es war die Gelbgrün-stielige Rotkappe. Sehr selten. ;-)
Und ich wusste heute ist ein guter Tag zum Schwammern:


...also schnell Mauszeiger-Schwammern.
Ich landete in einem mir völlig unbekannten Wald, der mir in kurzer Zeit den Korb füllte und schöne interessante Arten zum Vorschein brachte.
Es ging los mit frischen knackigen Semmelstoppelpilzen (Hydnum repandum var. rufescens) - von mir sehr geschätzt:

Über all wuchsen viele viele Fleischbräunliche Helmlinge (Mycena metata) (die sind ungenießbar).
Und sie wuchsen auf lustigste Art und Weise:

Der Boden war übersäht mit grauen Korallen (Clavulina cinera) - für mich ein deutlicher Pilz-Anzeiger.
Aber sowas hab ich echt noch nicht gesehen - die wuchsen wie Gras - überall - das muss ein guter Wald sein:

Dann plötzlich ein (für mich) Mega-Hammer-Superfund:
Schwarzfaserige Ritterlinge (Tricholoma portentosum) - selten, hervorragender Speisepilz, macht gesund (glaub ich) und ist einfach ein erste-Klasse-Schwammer.
Ich habe mich morzmäßig gefreut:

Steckbrief: Stiel gelblich, Fraß-Stellen am Hut gelblich, Geruch: leicht mehlig, Geschmack: leicht mehlig, länger kauen dann denkt man, man kaut eine Honigmelone :-).
Aufpassen: Ritterlinge NIEMALS einfach kauen! Erst damit beschäftigen und Arten kennen lernen!

Wieder fanden sich viele Trompetenpfifferlinge (Cantharellus tubaeformis):

Sie waren prima frisch:

Hier standen ältere, vermutlich Grauhäutige Scheidenstreiflinge (Amanita submembranacea):

Dann ein schöner Safranschirmling (Macrolepiota rachodes):

Der Wald war sehr gemischt. Alles drin. Aber er wurde immer "dunkler":


Ja, was gab's hier so...
Glimmertintlinge (Coprinus micaceus)
- immer schön anzuschauen:

Schmetterlingstrameten (Trametes versicolor):

Wie immer fand ich viele Rauchblättrige Schwefelköpfe (Hypholoma capnoides), hervorragende Speisepilze, von denen ich die schönsten erntete:

Der Wald verwandelte sich in einen richtigen Gespensterwald.
Ich hörte die Kobolde hinter mir kichern ;-)
Ein beeindruckender Anblick bei Dämmerung:

Dann ein für mich schwer zu bestimmender Pilz.
Ich erkannte Anis-Champignon - aber das war's dann auch.
Das Forum half. Es ist wohl der Dünnfleischige Anischampignon (Agaricus silvicola):
Daten:
Fundort: ca. 550 müNN. ca. N50, O12
Standort: Fichtenwald.
Hut: weiß, mit leicht rotbräunlichen Schüppchen, Durchmesser ca. 8 cm
Lamellen: Champignonlamellenrosa
Stiel: hellbraun, mit bräunlichen Fasern
Stiel: faserig, fast keine Knolle
Fleich: Nach anschnitt siehe bild. Keine Verfärbung. Basis ganz leicht gelblich verfärbend.
Ring: filigraner herunterhängender Ring. Zuhause war er schon weg
Größe: ca. 14 cm
Geruch: anis
Geschmack: nicht probiert
Sporenpulverfarbe: nicht weiter getestet

Dann ganz unverhofft ein Gelbrandiger Saftling (Hygrocybe insipida) - selten. Ganz tolle Pilze die natürlich stehen bleiben:

Der nächste ist einer meiner absoluten Lieblingsschwammer.
Ganz hervorragender Speisepilz und einfach nur schön.
Der Jungfernschirmling (Leucoagaricus nympharum).
Bei diesem Exemplar war ich mir wegen der Stielform und des starken guten Geruches jedoch nicht 100% sicher, vielleicht könnt Ihr Eure Meinung schreiben:
Daten:
Standort: Nadel-Mischwald, aber auch einige Laubbäume dazwischen.
Hut: weiß, mit leich bräunlichen Schüppchen, Durchmesser ca. 6 cm
Lamellen: fast weiß, leicht creme/gelblich
Stiel: fast weiß, dann zuhause hellbräunlich.
Stiel: faserig, sehr keulig, fast knollig
Fleisch: weiß, absolut keine Verfärbung
Ring: verschiebbar, mit schönen wolligem Flaum
Größe: ca. 12 cm
Geruch: sehr gut pilziger Geruch (auch leicht nach Champignon)
Geschmack: nicht probiert
Sporenpulverfarbe: nicht weiter getestet

Dann schon wieder ein sehr guter Fund.
Ein Schiefknolliger Anischampignon (Agaricus essettei). Hervorragender Speisepilz:

Deutliche Merkmale sind:
Die schiefe Knolle und die Elefantenfuß-artige Knollenform:


Gelbfärbung der Huthaut bei Reibung:

Null Verfärbung im Fleisch und in der Basis:

Dann wieder ein guter Speisepilz - ein Fichtenreizker (Lactarius deterrimus) - der geht natürlich mit:

Und dann fast zum Abschuss fanden sich noch mal Unmengen von Semmelstoppelpilzen (Hydnum repandum var. rufescens)
... von denen ich aber nur die schönsten erntete, weil es mir sonst zu viele geworden wären:



Dann zeigten sich noch die Tonweißen Schüpplinge (Pholiota lenta) - essbar, minderwertig:

und der Gefleckte Flämmling (Gymnopilus penetrans) - ungenießbar:

Die Ausbeute heute war super gut - lauter Spitzenpilze und alle kerngesund. Was will man mehr?
Der Kurzausflug in den Geisterwald hat sich voll gelohnt:

LECKER war die Mischpilzpfanne!
Das war's für heute Leute ;-))
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